Mit ‘Rechtschreibung’ getaggte Artikel

bißchen, bischen oder bisschen

Dienstag, 28. September 2010

Wenn jemand einen kleinen Bissen zu sich nimmt, isst er dann ein bischen oder ein bisschen oder gar ein bißchen?

Wenn man weiß, dass das Wort eigentlich »kleiner Bissen« bedeutet, leuchtet auch die Schreibung mit Doppel-s ein. Der ursprünglich substantivische Begriff »Bisschen« wurde zu einem Indefinitpronomen im Sinne von »wenig«, woraus die Kleinschreibung des Wortes folgte. Von der alten Schreibweise »Biß« leitet sich das nach neuer Schreibweise falsche »bißchen« ab.

Die korrekte Schreibweise ist demnach: »bisschen«.

Mit einem bestimmten oder unbestimmten Artikel bleibt »bisschen« immer endungslos:

  • ein bisschen Stoff
  • wegen des bisschen schmutziger Arbeit
  • nur ein klein bisschen Geduld
  • ein kleines bisschen Geduld
  • mit einem bisschen Geduld

Häufige Fehler in der deutschen Rechtschreibung aus der Praxis

Dienstag, 02. Februar 2010

In meiner Tätigkeit als Lektor stoße ich immer wieder auf dieselben Fehler. Aus diesem Grunde möchte ich in loser Folge kurz auf solche Schreibunsicherheiten eingehen. Um dabei nicht in linguistische Details zu verfallen, sollen lediglich der Fehler (zuerst genanntes Wort) und die korrekte Schreibung (zuletzt genanntes Wort) aufgezeigt werden.

Also fangen wir an:

  • Interessenskonflikt / Interessenkonflikt
    Die richtige Schreibweise ist die Form mit dem Fugenzeichen -en. Hierzu muss gesagt werden, dass auch fast alle anderen Wortzusammensetzungen (Komposita) mit Interesse-, wie zum Beispiel Interessenkonflikt,  Interessengebiet, Interessengemeinschaft, Interessengruppe, Interessenlage, Interessensphäre und Interessenausgleich, auf diese Weise geschrieben werden.
    Eine Ausnahme bilden die Wörter Interesselosigkeit, interesselos und interessehalber.
  • Ladies / Ladys
    Der Plural von englischen Begriffen wie Lady, Party und Story lautet: Ladys, Partys und Storys und nicht Ladies, Parties und Stories. Das Gleiche gilt für: Babys, Citys, Handys, Hobbys, Ponys, Rowdys, Teddys, Whiskys usw. Eine Ausnahme bilden allerdings Zitatwörter, wie z. B. Grand Old Ladies, die in der englischen Schreibung übernommen werden.
  • Anführungszeichen bei wörtlicher Rede
    In Verbindung mit einem Komma: »Das Fleisch ist willig, aber der Geist ist schwach«, sagt man.
    Zuerst kommt das Anführungszeichen, dann das Komma – nicht, wie es oft falsch gemacht wird, umgekehrt.
    In Verbindung mit einem Fragezeichen: »Ist der Geist wirklich schwach?«, fragt er.
    Hinter dem Fragezeichen und dem Anführungszeichen kommt noch ein Komma. Das Gleiche gilt auch für die wörtliche Rede mit Ausrufezeichen.
  • Verschmelzungen von Präposition (Verhältniswort) und Artikel
    Hier setzt man in der Regel keinen Apostroph.
    Beispiele:
    aufs, ins, ans, durchs, fürs, hinters, vors usw.
    beim, hinterm, überm, vorm, am usw.
    hintern, übern, vorn, untern usw.
    zur usw.
  • Anders sieht es aus bei umgangssprachlichen Verbindungen eines Verbs oder einer Konjunktion mit dem Pronomen »es«. Hier wird der Apostroph häufig verwendet (auch wenn er entbehrlich ist).
    Beispiele:
    Wie geht’s?
    Nimm’s leicht.
  • hing / hängte bzw. gehangen / gehängt
    Hin und wieder werden in der Umgangssprache die Vergangenheitsformen des starken und des schwachen Verbs durcheinandergebracht.
    Beispiele:
    Das Bild hing an der Wand. (= intransitiv)
    Er hängte das Bild auf. (= transitiv)
    Sie hat sehr an ihrer Mutter gehangen. (= intransitiv)
    Er hat das Bild an die Wand gehängt. (= transitiv)